Die Pädagogisch-Praktischen Studien (PPS)
Die Pädagogisch-Praktischen Studien (PPS) sind ein zentraler Bestandteil des Lehramtsstudiums Sekundarstufe Allgemeinbildung. Im Rahmen dieser absolvieren Sie mehrere Schulpraktika und sammeln dabei erste (Unterrichts-)Erfahrungen im Berufsfeld Schule.
Während Ihrer Praktika werden Sie von erfahrenen Praxislehrpersonen an den Schulen begleitet. Ergänzend dazu besuchen Sie die Begleitlehrveranstaltungen an der Universität bzw. der Pädagogischen Hochschule. Diese vermitteln Ihnen theoretische Grundlagen aus den Bildungswissenschaften und der Fachdidaktik und unterstützen Sie gezielt bei der Planung, Durchführung und Reflexion Ihres Unterrichts.
Die enge Verknüpfung von schulischer Praxis und theoretischer Ausbildung unterstützt Sie dabei, Ihr professionelles Rollenverständnis als Lehrer:in schrittweise zu entwickeln. Sie lernen, Erfahrungen aus dem Schulalltag bewusst wahrzunehmen, theoretisch zu reflektieren und gezielt weiterzuentwickeln.
Organisation der Pädagogisch-Praktischen Studien (PPS)
Die Praktika im Rahmen der Pädagogisch-Praktischen Studien (PPS) werden vom Zentrum für Pädagogisch-Praktische Studien (ZePPS) organisiert – einer Kooperationseinrichtung der Universität Graz und der Pädagogischen Hochschule Steiermark. Innerhalb dieser Kooperation ist die Universität Graz für die Organisation der PPS im Schultyp der allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) zuständig.
Ausgenommen sind die Praktika in den Unterrichtsfächern
- “Vertiefende Katholische Religionspädagogik” (Curriculum 24W) bzw. “Katholische Religion mit Fokus Primarstufe” (Curriculum 26W) (organisiert von der PPH Augustinum),
- “Musikerziehung” (Curriculum 24) bzw. “Musik” (Curriculum 26W) und “Instrumentalmusikerziehung” (Curriculum 24W) bzw. “Instrumentalmusik und Gesang” (Curriculum 26W) (organisiert von der Kunstuniversität Graz) sowie
- “Bewegung und Sport” (Curriculum 24) (organisiert vom Institut für Bewegungswissenschaften, Sport und Gesundheit an der Uni Graz).
Diese werden von den jeweils zuständigen Bildungseinrichtungen bzw. Instituten eigenständig organisiert.
Vom Studium in die Schule
Die Pädagogisch-Praktischen Studien (PPS) umfassen mehrere über das gesamte Studium verteilte Praktika, die durch Begleitlehrveranstaltungen aus der Fachdidaktik des Unterrichtsfachs bzw. der Spezialisierung und der bildungswissenschaftlichen Grundlagen abgerundet werden.
Die Praktika der Pädagogisch-Praktischen Studien definieren sich als Gesamtheit einer betreuten Vorbereitung und Planung von Unterricht, einer begleiteten Lehrpraxis an der Schule und einer Reflexion auf der Basis einer forschenden Grundhaltung. Damit wird eine grundlegende Orientierung des Studiums an den beruflichen Anforderungen in der Schule erreicht.
Aufbau der Pädagogisch-Praktischen Studien (PPS) im Lehramt Bachelor (Curriculum 26W)
Das Orientierungspraktikum wird fachunabhängig an einer Mittelschule (MS) absolviert und durch die Begleitlehrveranstaltung aus den BWG „Begleitlehrveranstaltung zum Orientierungspraktikum“ ergänzt.
Neben 90 ECTS Studienleistung (40 ECTS für Erweiterungsstudien) sind das Orientierungspraktikum sowie die Begleitlehrveranstaltung verpflichtende Voraussetzungen für die Anmeldung zu den Fach‑ bzw. Spezialisierungspraktika des Bachelorstudiums.
Nach dem Orientierungspraktikum folgt je Unterrichtsfach- bzw. Spezialisierung das “PPS Bachelor” inkl. fachdidaktischer Begleitung im Zuge des Praxissemesters im 5. Semester.
Das geblockte “PPS Bachelor” kann an den Schultypen MS und AHS Unterstufe* absolviert werden. Während des Praktikums werden die Studierenden von qualifizierten Praxislehrpersonen begleitet und betreut. Parallel zum Praktikum sind Begleitlehrveranstaltungen aus der Fachdidaktik zu absolvieren. Diese dienen der theoretischen Vertiefung und unterstützen die Verbindung von Praxis und wissenschaftlicher Reflexion.
Die Praktika und Begleitlehrveranstaltungen ermöglichen praktische Erfahrungen im Unterrichten und Schulleben der Sekundarstufe (Schwerpunkt Sek I*), von angeleiteter bis selbstständiger Unterrichtsplanung, -durchführung, -analyse und -reflexion unter Berücksichtigung gesellschaftlicher und bildungspolitischer Rahmenbedingungen (z. B. Diversität, sprachliche Bildung, digitale Medien/KI, Lehr-Lernforschung, Klassenführung, pädagogische Diagnostik). Zudem fördern sie Kompetenzen in Leistungsfeststellung/-beurteilung, mehrperspektivischer Beobachtung von Unterricht und Schulorganisation sowie im Formulieren konstruktiven Feedbacks.
*Ausgenommen in den Unterrichtsfächern “Darstellende Geometrie”, “Ethik” sowie “Psychologie und Philosophie”: Dort finden die Praktika an der AHS Oberstufe bzw. BMHS statt.
Aufbau der Pädagogisch-Praktischen Studien (PPS) im Lehramt Master (Curriculum 26W)
Die Fach‑ bzw. Spezialisierungspraktika im Masterstudium ("PPS Master") inkl. fachdidaktischer Begleitung vermitteln Kompetenzen zur Gestaltung innovativen und differenzierten Unterrichts, mit einem Fokus auf die Sekundarstufe II*.
Im Zuge der Praktika des Masterstudiums lernen Studierende, gesellschaftlich relevante Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, soziale Gerechtigkeit und Demokratieverständnis fächerübergreifend in ihren Unterricht zu integrieren und interdisziplinäres Denken zu fördern. Sie erwerben die Fähigkeit, Unterricht differenziert an heterogene Lernvoraussetzungen anzupassen und setzen dabei gezielt Inklusions- sowie Scaffolding-Strategien ein. Zur Förderung von Problemlösefähigkeit, kritischem Denken und fächerübergreifenden Kompetenzen entwickeln sie passende Aufgabenformate und nutzen zur Gestaltung individueller sowie kollaborativer Lernprozesse formative und summative Assessmentmethoden, digitale Medien (orientiert an der Theory of Multimedia Learning) sowie konstruktives Feedback von Ausbildungslehrpersonen, Hochschullehrenden und Kolleg:innen. Durch evidenzbasierte Reflexion analysieren und entwickeln sie ihre Unterrichtspraxis wissenschaftlich fundiert weiter und stärken so ihre professionelle Haltung im Bewusstsein ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.
*Ausgenommen im Unterrichtsfach “Ernährung, Gesundheit und Konsum” sowie in der Spezialisierung “Inklusive Pädagogik”: Dort finden die Praktika an der MS bzw. AHS Unterstufe statt.
Die Begleitlehrveranstaltungen zu den Praktika
Die Praktika im Rahmen der Pädagogisch-Praktischen Studien (PPS) werden durch Begleitlehrveranstaltungen ergänzt, in denen Sie theoretische Grundlagen aus den bildungswissenschaftlichen Grundlagen und der Fachdidaktik erwerben. Dabei erhalten Sie Unterstützung bei der Planung Ihres Unterrichts und Raum für gemeinsame Reflexion – so können Sie Theorie und Praxis sinnvoll miteinander verbinden.
Die Begleitlehrveranstaltungen sind parallel zu den jeweiligen Praktika zu absolvieren.
Eine Übersicht über die Struktur der Praktika und Begleitlehrveranstaltungen aus dem Curriculum 24W finden Sie in dieser Grafik.